Donnerstag, 23. November 2017
Suche Suche | Kontakt Kontakt | Sitemap Sitemap | Impressum Impressum |   anmelden   
Header

 


Gesunde Stadt Dortmund e.V.

..:: Unternehmen » Organisation » Älter werden in Beschäftigung » Informationen » Alternsgerechte Arbeitsplatzgestaltung
 Alternsgerechte Arbeitsplatzgestaltung minimieren 

Prozesse - Probleme – Aufgaben

Wie kann die Arbeit organisiert und die Arbeitsplätze gestaltet werden, damit ältere MitarbeiterInnen beschäftigungsfähig bleiben? Genaugenommen geht es dabei nicht nur um Ältere. Arbeit gut zu gestalten heißt sie menschengerecht zu gestalten und nicht nur auf bestimmte Altersgruppen zu richten, sondern die Arbeitsbedingungen aller Beschäftigten im Blick zu haben. Angesichts der demografischen Entwicklung müssen sich die Betriebe jedoch die Frage stellen, ob sie darauf eingerichtet sind, dass zukünftig mehr Beschäftigte bis zum 65. Lebensjahr arbeiten wollen oder müssen?

Ungünstige Belastungssituationen sind „auf den ersten Blick“, aufgrund der Vielfältigkeit der Einflussmöglichkeiten,  nur schwer zu erkennen. Somit werden auch alterskritische Anforderungen in der Arbeitsorganisation wie z.B. körperliche Fehlbeanspruchungen oft erst durch vermehrte Arbeitsausfälle  oder den Anstieg der Arbeitsunfähigkeit sichtbar, denn langjährige Fehlbeanspruchungen können im höheren Erwerbsalter zu chronischen Erkrankungen führen, die häufig ein frühzeitiges Ausscheiden aus dem Erwerbsleben nach sich ziehen. Eine alternsgerechte Arbeitsorganisation, verbunden mit einem entsprechenden Personaleinsatz tragen dazu bei, solchen Entwicklungen vorzubeugen und die Beschäftigungsfähigkeit der MitarbeiterInnen und die Arbeitsproduktivität im Betrieb zu sichern. Eine möglichst belastungsarme Arbeitsorganisation erleichtert jüngeren Mitarbeiter/ innen das Arbeiten und ermöglicht es älteren Beschäftigten, arbeits- und einsatzfähig zu bleiben.

Arbeit sollte darüber hinaus nicht nur gesund und sicher gestaltet sein, sondern eine befriedigende Arbeitsaufgabe bieten, die die Potenziale aller Beschäftigten, auch der älteren MitarbeiterInnen nutzt und somit eine wichtige Rolle für den Erhalt der Motivation und Leistungsfähigkeit der Belegschaft spielt. Für Ältere gilt das besonders für die Einbindung des Erfahrungswissens aus langjähriger Berufspraxis, der Sozialkompetenzen oder persönlichen Stärken wie Zuverlässigkeit oder Gelassenheit. Diese Potenziale gilt es gezielt zu nutzen, z.B. durch die Zusammensetzung altersgemischter Teams. Eine so gestaltete Arbeit wirkt sich bereits bei den jüngeren MitarbeiterInnen präventiv auf den Erhalt ihrer Gesundheit aus und verbessert gleichzeitig bei den Älteren ihre Beschäftigungsfähigkeit.

Mögliche Maßnahmen

  • Führen sie eine ganzheitliche Gefährdungsbeurteilung durch, bzw. nutzen sie eine vorhandene um belastenden Arbeiten im Betrieb zu identifizieren. Beurteilen Sie physische wie psychische, arbeitsplatz- wie arbeitsumfeldbezogene, medizinisch relevante wie auch psychosomatisch relevante Belastungen.
  • Listen Sie die verschiedenen Arbeitsplätze in ihrem Unternehmen auf und bewerten sie sie nach
    • altersgerechten Arbeitsplätzen,
    • kurzfristig mit geringem Aufwand alternsgerecht zu gestaltenden Arbeitsplatzen und
    • nicht alternsgerechten Arbeitsplätzen
  • Planen Sie "betriebliche Karrieren", indem Sie z.B. zeitliche Begrenzungen für stark- oder einseitig belastete Arbeitsplätze einführen oder Zielvereinbarungen über die berufliche Entwicklung und den Arbeitseinsatz festlegen.
  • Nutzen Sie für die Beurteilung und für die Gestaltung von Arbeitsplätzen die zur Integration älterer MitarbeiterInnen geeignet sind folgende Empfehlungen:
    • Sorgen Sie für ausreichende Beleuchtungsstärke an den Arbeitsplätzen und vermeiden Sie Blendwirkungen um den typischen Veränderungen der Sehkraft im Alter entgegenzuwirken.
    • Achten Sie auf ausreichenden Lärm- und Schallschutz. Lärm bedeutet für Ältere einen weit höheren Stressfaktor als für Jüngere.
    • Vermeiden Sie kritische klimatische Einflussfaktoren wie sie z.B. durch Zugluft, hohe Temperaturen am Arbeitsplatz, häufige Wechsel zwischen warm/ kalt, hohe Luftfeuchtigkeit sowie Wetterbelastungen bei arbeiten im Freien entstehen können. Virologische Erkrankungen belasten Ältere mehr und auch länger als Jüngere.
    • Vermeiden Sie schwere körperliche Belastungen beim Einsatz von älteren MitarbeiterInnen, die sich beanspruchend auf das Muskel-Skelett-System auswirken und lange Ausfallzeiten hervorrufen können. Dazu gehört nicht nur die Bewältigung von schweren Lasten sondern auch arbeiten im Zwangshaltung, immer gleiche Tätigkeiten (nur Sitzen oder stehen) bzw. einseitige Arbeit mit wiederkehrenden gleichen Bewegungsabläufen.
    • Vermeiden Sie hohes Arbeitstempo und enge Terminvorgaben. Richten Sie eigene Handlungsspielräume für die Beschäftigten ein und bieten Sie Einflussmöglichkeiten um Überforderungen zu vermeiden. Z.B. indem Sie Möglichkeiten zur freien Wahl der Pausenzeiten schaffen oder die Beschäftigten ihre Tätigkeiten  selbst organisieren und Arbeitsschritte selbst planen lassen. Achten Sie auch auf versteckte Überforderungen, wenn z.B. das Arbeitstempo von Maschinentakten abhängig ist oder auch vom Arbeitstempo der KollegInnen (z.B. in der Gruppe oder Kolonne).
    • Versuchen Sie nach Möglichkeit einen Wechsel (Jobrotation) zwischen unterschiedlichen Arbeitsaufgaben zu ermöglichen, besonders wenn es sich um monotone Arbeiten mit wenig Variationsmöglichkeiten oder hoch belastenden Tätigkeiten handelt. Damit schaffen Sie Ausgleich und Minderung der physischen und psychischen Belastungen. Aber: vermeiden Sie es die u.U. bestehenden langjährigen sozialen Kontakte durch Arbeitsplatzwechsel zu zerstören.
    • Beteiligen Sie alle MitarbeiterInnen, Junge wie Alte bei der Neugestaltung oder Änderung von Arbeitsplätzen.
  • Dokumentieren Sie die Ergebnisse der Beurteilung und erstellen Sie einen Maßnahmeplan zur Umsetzung.
    • Orientieren Sie sich dabei an kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen.
    • Beteiligen Sie die MitarbeiterInnen, den Betriebs- bzw. Personalrat und die Sicherheitsbeauftragten bzw. die Fachkraft für Arbeitssicherheit.
    • Führen Sie Korrekturen von Arbeitsplatzbesetzungen durch.
    • Verbessern Sie ergonomische Details.
    • Reduzieren oder befreien Sie Personen über 50 Jahren von der Nachtschicht (Siehe auch Informationen zur Arbeitszeit)
 Modulinhalt drucken   

 Hintergrundinformationen aus anderen Quellen minimieren 

 

Beispiele Guter Praxis aus anderen Unternehmen.

  • Die INQA Datenbank "Gute Praxis" bietet unter dem Stichwort "Demografie" über 50 Beispiele zur Information und zum nachmachen.
  • Das "Go to Practice!" Protal (G2P) der Gemeinschaftsinitiative Gesünder Arbeiten e.V. zeigt an rund 20 Beispielen, welche Maßnahmen zur Verbesserung der Altersstruktur im Unternehmen und langfristige strategische Ansätze zur Prävention (Lebenslanges Lernen, altersgemischte Teams, Altersstrukturanalyse etc.) erfolgreich sind.

dnn - Das Demografie-Netzwerk

Thematischer Initiativkreis "Alterwerden in Beschäftigung" der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA)

Das Präventionsportal "Demographischer Wandel in der Arbeitswelt" mit vielen Praxisbeispielen.

Demowerkzeuge - ausgewählte praxiserprobte Vorgehensweisen, Verfahren und Instrumente zum demographischen Wandel.

Beratungs- und Unterstützungsangebote für die Arbeitszeitgestaltung und die Planung von Schichtarbeit in der Produktion

Expertia . Das JobNetzwerk für Experten mit midestens 25 Jahren Berufserfahrung.

Perspektive 50plus – Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen“. Ein Programm des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zur Verbesserung der Beschäftigungschancen älterer Langzeitarbeitsloser.

Das Demografieportal NRW bietet viele Informationen über Konzepte, Veranstaltungen, Partner und Projekte zum Thema.

In der KomNet Wissensdatenbank können Sie sich über die häufigsten Fragen zum Thema informieren oder selber Fragen zum Thema demografischer Wandel an ein Expertenteam stellen.

  

Bild
 Arbeitshilfen minimieren 

  

Copyright (c) 2017 Pragmagus   |   Datenschutzerklärung